So unter uns, meine lieben Blogloeser. Es gibt diesen Moment, kurz bevor man eine Einladung absagt, in dem man kurz zweifelt. Bin ich komisch, weil ich lieber bleib. Genau mit diesem Gedanken startet auch mein heutiges Grübeln. Alleinsein klingt für viele nach Mangel, für mich fühlt es sich oft nach Klarheit an.
Ich hab vor Kurzem ein Video gesehen, das genau dieses Gefühl seziert hat. Ruhig, fast nüchtern. Es ging darum, dass nicht alle Menschen Energie aus Begegnungen ziehen. Manche verlieren sie dort. Jeder Termin, jedes Gespräch zieht ein kleines Stück Aufmerksamkeit ab, bis nichts mehr übrig ist. Zuhause hingegen, so wurde das erklärt, lädt sich dieser innere Akku wieder auf. Nicht spektakulär, aber verlässlich.
Ich musste viel nachdenken danach. Über Abende ohne Termine, über das bewusste Nichtstun. Darüber, wie wertvoll Kontrolle sein kann. Licht gedimmt, keine Geräusche, keine Erwartungen. In solchen Momenten merke ich, wie Gedanken langsamer werden. Tiefer vielleicht auch.
Natürlich gibt es eine Grenze. Alleinsein kann Schutz sein, aber auch Rückzug aus Angst. Für mich ist es ersteres. Ich suche die Stille, weil sie mich ordnet, nicht weil ich die Welt meide.
Vielleicht ist Alleinsein keine Abkehr vom Leben. Vielleicht ist es eine andere Form, ihm nahe zu sein. Und vielleicht darf das einfach so stehen bleiben.