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Will Smith ist heute ein Schatten seiner selbst

Will Smith gilt als der einzige Schauspieler, dessen acht Filme in Folge an den US-Kinokassen jeweils über 100 Millionen Dollar einspielten. Doch diese Zeiten liegen schon ein Weilchen zurück.

Oft merkt man erst spät, dass eine Figur, die man jahrelang bewundert hat, langsam aus dem eigenen Leben verschwindet. So ist es mir persönlich mit Will Smith gegangen. Früher war er für mich fast ein Versprechen. Charisma, Timing, Leichtigkeit, sogar dann, wenn ein Film nicht perfekt war. Ich hab ihm viel verziehen, einfach weil er diese seltene Präsenz hatte. Heute spür ich davon kaum noch etwas. Bzw gar nix mehr.

Der Bruch kam nicht nur mit der Oscar Ohrfeige gegen Chris Rock, auch wenn dieser Moment alles verändert hat. Ehrlich gesagt war da vorher schon etwas müde geworden. Die Filme wirkten kleiner, vorsichtiger, seltsam kalkuliert. After Earth, Collateral Beauty, Gemini Man, das alles hatte nicht mehr diese Wucht. Und nach dem Slap war dann auch die letzte Restwärme weg. Seitdem vermeide ich seine Filme eher bewusst, was ich mir vor ein paar Jahren nie gedacht hätte. Die Bad Boys Filme habe ich auch bewusst ausgelassen.

Vielleicht ist er nicht völlig verschwunden. Aber für mich ist Will Smith heute wirklich nur noch ein Schatten seiner selbst. Cinema Fallout erklärt diesen Abstieg übrigens ziemlich gut in 21 Minuten, fast schon unangenehm treffend. Und genau das bleibt hängen, nicht der Skandal allein, sondern das Gefühl, dass etwas unwiderruflich verloren ging.