Als Untamed im Juli 2025 startete und sich wochenlang in den globalen Netflix Top 10 hielt, war eines klar. Das Ding ist ein Erfolg.
Über 92 Millionen Views sprechen eine deutliche Sprache. Und trotzdem hatte ich bei der ersten Staffel ein Gefühl von Abschluss. Sechs Folgen, ein abgeschlossener Fall im Yosemite Nationalpark, Kyle Turner zwischen Mammutbäumen und Granitwänden, das hatte etwas in sich Ruhendes.
Gerade weil die Serie ursprünglich als Miniserie gedacht war und dann doch verlängert wurde, spüre ich eine gewisse Ambivalenz. Erfolg verpflichtet, sagt man. Aber verpflichtet er auch zur Fortsetzung? Meiner Meinung nachn nicht. Aber ja, Hollywood eben.
Nun geht es also nach Hawaii, in den Volcanoes National Park. Lavafelder statt Felsen, tropischer Regenwald statt kalifornischer Weite. Der Schauplatzwechsel wirkt wie ein bewusster Neustart. Fast wie ein Anthologie Konzept, bei dem jede Staffel ein anderer Nationalpark ist. Das finde ich mutig.
Besonders neugierig macht mich Shea Whigham als Ray Burkart, ein Mann mit dunklen Verbindungen und einer tragischen Vergangenheit. Er bringt eine gewisse Schwere mit, eine Präsenz, die mich hoffen lässt, dass Staffel 2 nicht bloß größer, sondern vielleicht auch komplexer wird.
War die erste Staffel nicht gerade deshalb stark, weil sie sich nicht verzettelt hat? Vielleicht braucht es manchmal den Mut, eine Geschichte stehen zu lassen. Dazu habe ich ja bereits schon mal gebloggt.
Oder, und das ist die andere Möglichkeit, sie entwickelt sich erst im zweiten Anlauf zu etwas wirklich Besonderem.